Übertritt Gymnasium Thüringen - Übergang/ Aufnahmeprüfung/ Empfehlung für den Bildungsweg des Gymnasiums

Thüringen gehört zu den Bundesländern, bei denen der Übertritt auf das Gymnasium nicht alleine nach dem freien Willen der Eltern erfolt, sondern maßgebend durch die Schule mitbestimmt wird.

Aufgrund der Einrichtung von Regelschulen ist der Druck auf die Schüler zwar nicht ganz so hoch, wie in Bundesländern, in denen es eine "richtige" Dreiteilung der Schularten in Hauptschule, Realschule und Gymnasium gibt. Aber zumindest für die Kinder, die ein Gymnasium besuchen möchten, ist vor allem in Klassenstufe 4 ein relevanter Zeitpunkt:

  • Zwar sind die Schularten auch danach (insb. in den Klassenstufen 5 und 6) noch durchlässig.
  • Die Eltern liegen aber meist richtig, wenn sie diese Alternative als nicht gleichwertig ansehen, da vor allem in Zeiten des G8-Gymnasiums ein späterer Anschluß problematisch ist.

Relevant für den Übertritt auf ein Gymnasium in Thüringen sind vor allem § 7 ThürSchulG und die §§ 125ff ThürSchulO.

Die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich auf den Zeitraum der sogenannten Orientieruntsstufe in den Klassenstufe 4-6.

Wichtig ist für alle Stufen, daß Rechtsschutz immer, d.h. auf jeder Stufe, möglich ist. Unterschiede bestehen nur darin, in welcher Form dies konkret möglich ist. Für nähere Fragen hierzu kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Im einzelnen:

a. Übertritt Gymnasium Thüringen - Übertritt nach Noten:

Die erste Möglichkeit, einen Übertritt auf das Gymnasium zu erreichen besteht dann, wenn "die Noten stimmen" (§ 125 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 2 ThürSchulO):

  • Wer in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachkunde jeweils die Note "gut" erreicht, der darf nach der 4. Klasse auf ein Gymnasium wechseln.
  • Auch wer in den Klassenstufen 5 und 6 der Regelschule in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache jeweils mindestens die Note "gut" erreicht, der darf auf das Gymnasium wechseln.

Selbstverständlich kann die Notengebung fehlerhaft sein, d.h. wer die vorgenannten Anforderungen nicht erfüllt, kann diese Entscheidung auch anfechten, d.h. verlangen, die Noten zu verbessern:

  • Beispielsweise weil ein Rechenfehler bei der Benotung vorliegt.
  • Oder weil es Fehler bei der Benotung gibt.
  • Oder weil die Gewichtung falsch vorgenommen wurde.
  • Usw.

Sind Sie also der Auffassung, daß die Benotung fehlerhaft vorgenommen wurde, kontaktieren Sie mich bitte direkt. Wir können das ausloten, inwiefern Rechtsmittel hiergegen zielfördernd sind. Hierfür bietet sich für eine erste Rechtsberatung insbesondere meine Telefonberatung an.

b. Übertritt Gymnasium Thüringen - Empfehlung für den Bildungsweg Gymnasium:

Die zweite Möglichkeit besteht darin, daß man auch bei Nichterreichen der vorgenannten Noten den Übertritt auf ein Gymnasium erhält, wennn eine Empfehlung der Klassenkonferenz für den Bildungsweg Gymnasium ausgesprochen wird (§ 125 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 4 i.V.m. § 128 ThürSchulO ).

Auch diese Möglichkeit hängt allerdings nach wie vor ganz maßgeblich von den erreichten Noten ab, denn je nachdem sind verschieden hohe zusätzliche Anforderungen zu erüllen:

  • Eine Empfehlung für den Bildungsweg Gymnasium wird "in der Regel erteilt", wenn in höchstem einem der vorgenannten Fächer die Note "befriedigend" und in den übrigen mindestens die Note "gut" erreicht worden ist.
  • Wenn in einem der vorgenannten Fächer mindestens die Note "gut" und in den übrigen Fächern die Note "befriedigend" erreicht worden ist, wird die Empfehlung erteilt, wenn aufgrund des bisher gezeigten Lernverhaltens zu erwarten ist, daß der Schüler mit Erfolg das Gymnasium besuchen wird.
  • Eine Empfehlung für den Bildungsweg des Gymnasiums wird "in der Regel nicht erteilt", wenn in den vorgenannten Fächern lediglich die Note "befriedigend" oder eine schlechtere Note erreicht ist.

Um die Grundvoraussetzungen zu klären und ggf. zu korrigieren gilt demnach auch hier das Vorgesagte: Sind Sie der Auffassung, daß die Benotung fehlerhaft vorgenommen wurde, kontaktieren Sie mich bitte direkt. Wir können das ausloten, inwiefern Rechtsmittel hiergegen zielfördernd sind. Hierfür bietet sich für eine erste Rechtsberatung insbesondere meine Telefonberatung an.

Einen Anhalt, was bei der Empfehlung zugrundegelgt wird, liefert § 128 Abs. 3 ThürSchulO:

  • "Grundlage für die Empfehlung sind die bisher gezeigten schulischen Leistungen, das bisher gezeigte Leistungsvermögen und die bisher gezeigte Leistungsbereitschaft."

Dies sind freilich "schwammige" Kriterien, wie diese auch bei der Grundschulempfehlung Baden-Württemberg in ähnlicher Weise verwendet werden.

Will man sich hiergegen zur Wehr setzen ist es deshalb besonders wichtig, nicht in übliche "Fallen" zu laufen, wenn man argumentiert:

  • Regelmäßig bekommt man nämlich schneller als man sich versieht, die Worte im Mund herumgedreht und wird mit "Totschlagsargumenten" der Schulen konfrontiert.
  • Geradie die Argumentation an dieser Stelle bedarf daher sorgsamer Vorbereitung und Abwägung.

Für nähere Informationen hierzu kontaktieren sie mich bitte direkt.

c. Aufnahmeprüfung Gymnasium Thüringen:

Die Aufnahmeprüfung müssen alle Schüler absolvieren, die nicht bereits nach den vorangestellten Möglichkeiten den Übertritt auf ein Gymnasium erlangt haben. Die Einzelheiten hierzu sind in den §§ 131 ff ThürSchulO geregelt.

Die Aufnahmeprüfung ist stark formalisiert und jedermann sollte genau darauf achten, daß die Verfahrensregelungen auch beachtet werden.

In jedem Falle ist zu beachten, daß mit Abschluß der Aufnahmeprüfung auch der Weg zu einem formalisierten Widerspruchsverfahren eröffnet wird und auch die Möglichkeit besteht, Kinder notfalls auch im Wege eines Eilverfahrens vor dem Verwaltungsgericht auf das Gymnasium zu klagen. Für nähere Informationen kontaktieren Sie mich bitte direkt.